Ortsbezirke: Nah dran an den Bürgern
Auf Unverständnis ist bei der CDU-Fraktion die Forderung der SPD gestoßen, die Zahl der Ortsbeiräte von 19 auf 10 zu reduzieren. Dieser Vorstoß, der zum Sparen beitragen soll, offenbart bei der SPD ein geringes kommunal- und finanzpolitisches Gespür. Denn die zu erwartenden finanziellen Auswirkungen durch Zusammenlegungen von Ortsteilen würden sich im Haushalt kaum niederschlagen. Der Vorstoß der SPD ist daher kein Beitrag zum ernsthaften Sparen, sondern ein Ablenkungsmanöver: Die Ortsbezirke werden zu einem Nebenschauplatz erkoren, um von den aktuellen Haushaltsberatungen abzulenken.
Umso mehr gilt es, die Bedeutung der Trierer Ortsbezirke als ein im Laufe der Zeit gewachsenes historisches Gefüge zu würdigen. Die CDU-Stadtratsfraktion Trier steht hinter den Ortsbezirken, da sie ehrenamtliches Engagement und bürgernahe Politik vor Ort bedeuten. Sie treten für die Interessen und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, Gruppen und Vereinen vor Ort ein. Für viele Trierer ist ihr jeweiliger Ortsbezirk ein Stück Heimat. Schaffte man die Ortsbeiräte ab, so würde man damit das das immens wertvolle ehrenamtliche Engagement hunderter Triererinnen und Trierer torpedieren. Stattdessen sollten wir das Augenmerk mehr auf mögliche Einsparpotenziale beim Hauptamt legen.
Die vermehrt einsetzende Politikverdrossenheit der Menschen zeigt doch, dass die Aufgabe der Politik heute noch stärker darin liegt, sich bürgernäher und damit auch auf Ebene der Ortsteile aufzustellen. Eine Abschaffung von Ortsbeiräten setzt ein falsches Zeichen. Oder glaubt die SPD ernsthaft, allein durch das Instrument Bürgerhaushalt Bürgernähe vorgaukeln zu können?
Dr. Ulrich Dempfle, Fraktionsvorsitzender



